Meine beste Freundin ist vor zehn Jahren verschwunden. Spurlos. Wir hatten eine Abschlussfeier, wir haben getanzt, gelacht, uns versprochen, uns nie aus den Augen zu verlieren. Am nächsten Morgen war sie weg. Keine Nachricht, keine Spur, nur ihr Fahrrad am Bahnhof und ein Schal im Gebüsch. Vor zwei Wochen bekam ich eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter. Ihre Stimme. Ich kenne diese Stimme besser als meine eigene. Sie flüsterte nur einen Satz: „Mina, bitte. Zimmer dreihundertzwölf. Hol mich raus, bevor sie mich wieder ruhigstellen." Das hier ist meine Geschichte. Und sie beginnt in der Nacht, in der ein Telefon klingelte, das seit Jahren niemand mehr anruft.
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